UMTB OCC vom 30. August 2018

Der Ultra-Trail du Mont-Blanc ist ein Ultramarathon, der auf Trails von Chamonix aus entgegen dem Uhrzeigersinn rund um den Mont-Blanc führt. Erstmals 2003 ausgetragen und von den Trailers du Mont Blanc organisiert, zählt er zu den anspruchsvollsten Bergmarathons weltweit (Wikipedia).

Als 2. Saisonhighlight anvisiert absolvierte ich diesen Lauf über 57km mit knapp 3500hm zum zweiten Mal nach 2015.

Endlich war er da, der lang ersehnte Tag. Das 2. Saisonhighlight nach Biel. Mit einem guten Gefühl, den nötigen Trainingskilometer und der richtigen Einstellung stand ich nun am Start. Die Atmosphäre einmalig, mit ein Grund weshalb ich gerne hier bin.

Das Qualifikationsverfahren wurde gegenüber den vergangenen Jahren strenger, weshalb die Qualität des Starterfeldes auch höher einzustufen ist.

Die ersten 9km verliefen recht hügelig von Orsiere nach Champex Lac. Positionskämpfe und Stöcke machten es nicht einfach den Rhythmus zu finden. Ich habe jedoch gelernt mich nicht zur Ruhe raus bringen lassen ab solchen Dingen die ich nicht ändern kann.

Der grösste Fehler begann ich jedoch selbst, eine Schicht zu viel bringt mehr Schweiss und dementsprechend nasse Kleidung. So entschied ich mich nach 9km bei der ersten Verpflegung eine Schicht auszuziehen. Die folgenden 6Kilometer waren flach und ich konnte einige Ränge gut machen. Im darauffolgenden Anstieg fand ich schnell meinen Rhythmus der mich schnell nach oben brachte. Im Downhill spürte ich, dass vieles möglich ist um Ränge gut zu machen und trotzdem nicht zu viel zu riskieren.

So war ich einigermassen zügig in Trient bei Kilometer 26. Hier Verpflegte ich mich das erste Mal mit fester Nahrung (feiner Salami) bevor es zum härtesten Aufstieg des Tages kam. Die 6km mit über 800hm konnte ich zum eigenen erstaunen wie am Schnürchen laufen. Beim Abstieg lief ich vorsichtig, konnte aber mehrere Mitläufer stehen lassen.

In Vallorcine nach 36km ass ich feines Brot mit Salami und Käse :-). Die Dame an der Verpflegung sprach französisch mit mir, was ich zwar nicht verstand, aber die Geste mit der Hand über dem Käse interpretierte ich als "so du hast jetzt genug gehabt"!

Was nun folgte waren 8km mit je 250Höhenmeter rauf und runter, nichts Weltbewegendes, aber es genügte um mich in eine Minikrise zu bringen.

In Argentiere war ich froh etwas Süsses anzutreffen. Die Orange schmeckte köstlich, sie gab mir die Power die ich für die nächsten 5km mit 600hm brauchte. Der letzte Aufstieg, was für einer. Zum Glück kannte ich ihn schon und wusste was mich erwartet. Anfang des Aufstieges ging es eher flach und einige Läufer überholten mich. Ich lief mein eigenes Tempo und konnte gegen Schluss des Aufstieges im Wald den einen oder anderen wieder einholen. Die Krönung gab es dann an der Waldgrenze, der Übergang zur Skipiste. Nur 1km lang aber steil im Schotter hoch. Im Wissen das es der letzte Aufstieg ist mobilisierte ich nochmals alle Kräfte und gab alles zum schnellstmöglich oben anzukommen. Kurz vor dem Bergpreis spürte ich in den Oberschenkel das sich Krämpfe am Anbahnen waren, die Verpflegung kam zum Glück aber früher als die Krämpfe. Die letzten 8km waren Downhill und Genuss pur. Ich war selbst überrascht was mein Körper nach 50km noch fähig war einzustecken. Ich lief einige Ränge gut und konnte es kaum erwarten in Chamonix einzulaufen. Die letzten 2km sind das Emotionalste was es für mich gibt. Die Zuschauer standen Spalier und applaudierten einem zu. Die letzte Kurve die letzte Gerade, da ist sie die FINISHLINE. 10h29min54sek was für eine Zeit für mich, es zeigt einmal mehr, all die investierte Zeit zahlt sich aus.

Ich bin Stolz und dankbar nach dem verkorksten Saisonstart genau bei meinen 2 Saisonhighlight in Topform zu sein und die Leistung auch abliefern zu können.